Der eigene Webshop: Das richtige Shopsystem finden - OpenSource, Miete oder Kauf?

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Der eigene Webshop: Shop-Software

Wie eingangs erwähnt gibt es unterschiedliche Möglichkeiten für ein eigenes Shopsystem. Eine Auswahl sollte bereits im Vorfeld wohl überlegt sein, ein späterer Umstieg auf ein anderes System oft mit hohem Aufwand und auch mit Kosten verbunden sein kann. Zur Auswahl stehen Ihnen folgende Möglichkeiten:



Kostenlose (open source) Shopsysteme

Es gibt zahlreiche kostenlose Online-Shop Programme, die als open source veröffentlicht werden. Sie bieten häufig den günstigsten Zugang zum eCommerce, können jedoch besonders in der Einarbeitung und Anpassung einigen Aufwand verursachen. Wer sich mit HTML, PHP und MySQL auskennt, kann mit einem open source Webshop komplett ohne Investitionen (mit Ausnahme der eigenen Arbeitszeit) starten, die anderen greifen zu einem Dienstleister für Webshops, der Installation und Anpassung übernimmt - wie z.B. zu uns.

Vorteile von open source Webshops sind zunächst natürlich, dass Sie in der Regel kostenlos verfügbar sind. Es gibt aber auch noch Shoplösungen, bei denen der Quellcode zwar offen ist, das Programm jedoch mit einem Supportpaket erworben werden muss. Daneben bieten Sie die umfangreichsten Anpassungs- und Erweiterungsmöglichkeiten für individuelle Bedürfnisse, da der Quellcodes des Programms offen und damit beliebig veränderbar ist. Weiter werden die Shopsysteme häufig von vielen Entwicklern unterstützt, es stehen also zahlreiche fertige Shop-Erweiterungen zur Verfügung, die einem die Eigenentwicklung ersparen.

Zu den am weitesten verbreiteten und etablierten open source Shopsystemen gehören (Auswahl):

  • osCommerce Online Merchant
    Sehr weit verbreitet und etabliert, eher international ausgerichtet, unzählige Erweiterungen, Weiterentwicklung ist in der Vergangenheit eher träge erfolgt, Technik und Aufbau der Shopseiten in der aktuellen (stabilen) Version gelten heute eher als überkommen (keine Trennung von Design und Programmcode), die neue Version 3.0 ist noch im Alpha-Stadium.
  • Magento™ Commerce Community Edition
    Sehr jung (Erstveröffentlichung der Version 1.0 in 03/2008) aber enorm leistungsfähig und modern, nach Angaben des Herstellers die derzeit am schnellsten wachsende Open-Source-E-Commerce-Plattform.
  • OXID eShop Community Edition
    Laut Hersteller sehr schnell (ressourcenschonend), einfacher erweiterbar, Suchmaschinenoptimierung auf dem Stand der Technik, Social Features (Bewertungen und Rezensionen, Wunschlisten, Tag-Clouds), für das GüteSiegel Trusted Shop vorzertifiziert
  • xt:commerce Version 3 (kostenpflichtig)
    BaSiert auf osCommerce jedoch mit zahlreichen, sinnvollen und auch für den deutschen Markt erforderlichen Anpassungen, weit verbreitet, insbesondere im EU-Binnenhandel, Trennung von Design und Code (smarty Engine); Nachfolgeprodukt ersion 4 ("Veyton") ist nicht mehr als open source erhältlich

Nachteile von open source Webshops sind unter anderem, dass es in der Regel keine Haftung und Gewährleistung für die fehlerfreie Funktion gibt. Da die großen Systeme jedoch weit verbreitet und etabliert sind, ist dies nahezu zu vernachlässigen. Zudem haften die Dienstleister, die Anpassungen für Webshops entwickeln, natürlich für ihre eigenen Leistungen. Des Weiteren können Sie von den Entwicklern von open source Systemen in der Regel keinen Support erwarten (fehlende Unterstützung durch den Hersteller) sondern sind meistens auf andere Anwender angewiesen, die sich gegenseitig z.B. in Online-Foren helfen. Auch der Aufwand für Einarbeitung bzw. Schulung kann unter Umständen höher sein als bei proprietären Lösungen. Schließlich kann man sich auch nicht darauf verlassen, dass freie open source Software immer und regelmäßig weiterentwickelt wird - die Gefahr der Einstellung ist hier höher als bei kommerziellen Produkten.

Fazit zu open source Webshops: Wer sich nicht über die enstprechenden, eigenen Kenntnisse verfügt, wird beim Einsatz eines open source Webshops auf die Hilfe von Dienstleistern für Webshops zurückgreifen, sobald das Standard-Shopsystem den eigenen Ansprüchen nicht mehr genügt und angepasst oder erweitert werden muss. Solche Agenturen können dafür alle Nachteile, die freie open source mit sich bringt, dafür aufwiegen bzw. auffangen.

Webshops zum Kauf

Wer die Nachteile der freien open source Systeme nicht möchte und auch eine Shop-Miete nicht in Betracht kommt, der muss sich nach einer kostenpflichtigen Kauf-Lösung umschauen.

Der Vorteil von Webshops zum Kauf ist insbesondere die skalierbaren Kosten durch einen pauschalen Kaufpreis sowie die Unabhängigkeit: Das Programm wird auf einem eigenen Server / Webspace installiert und ist beliebig zu anderen Anbietern migrierbar. Daneben ist auch der Sapket nicht zu verachten, dass das Produkt fortentwickelt wird und man stets den gleichen Ansprechpartner für Support hat. Schließlich sind auch die Gewährleistung und Haftung des Herstellers für sein Produkt ein gewichtiges Argument für diese Art von Shopsystemen.

Der Nachteil von Webshops zum Kauf ist, dass die Systeme in der Regel (!) keinen offenen Quellcode haben. Damit sind Änderungen an den Shops entweder gar nicht, nur mit einer langen Verzögerung oder zu entsprechend hohen Kosten möglich. In allen Fällen ist man aber vom Hersteller abhängig, der damit ein quasi-Monopol hat. Die Lizenzmodelle sind in der Regel auch so gestrickt, dass der Kauf nicht einmalig erfolgt sondern die Lizenz jährlich erneuert werden muss.

Zu den am weitesten verbreiteten und etablierten Shopsystemen zum Kauf gehören (Auswahl, alle Preise zzgl. MwSt):

  • Intershop Enfinity Suite 6
    "Das Original" - eines der ersten Shopsysteme, besonders bei den "Großen" (z.B. OTTO, Quelle) im Internet weit verbreitet und führend am Markt; Preise nur auf Anfrage
  • Magento™ Commerce Enterprise Edition
    Erweiterte, ausgereiftere Version mit größerem Funktionsumfang als die Community Edition, ebenfalls weiterhin open source, weitere Details Siehe oben (Magento™ Commerce Community Edition); Preis rund USD 9.000,00 pro Jahr (keine MwSt).
  • OXID eShop Professional/Enterprise Edition
    deutlich erweiterte und stabilere Version der Community Edition; Preis einmalig rund EUR 2.000,00 (Professional, plus Support- und Wartungsvertrag ab ca. EUR 35,00 pro Monat) bis einmalig EUR 40.000,00 (Enterprise) oder jährlich ab ca. EUR 4.000,00.
  • xt:commerce Version 4 (Veyton)
    Neueste Version von den Herstllern von xt:commerce, modular ausgelegte Eigenentwicklung der xt:Commerce GmbH, die nichts mehr mit osCommerce zu tun hat, bei der aber auch der Quellcode nicht mehr offen ist; Preise EUR 180,00 bis 990,00 einmalig, optional dazu Support EUR 243,00 (3 Monate) bis 414,00 (6 Monate).
  • Shopware
    besonders suchmaschinenoptimiertes Shopsystem in der Version 3 von der shopware AG, ansonsten umfangreiche Funktionsliste, die den üblichen Bedarf und mehr abdeckt; Preise EUR 55,00 bis 999,00 einmalig, Wartungsverträge optional auf Anfrage.
  • aconon® Enterprise-Shop
    umfangreiche Funktionsliste aus dem Hause Nionex GmbH (ein Unternehmen der DirectGroup Bertelsmann), die den üblichen Bedarf und mehr abdeckt; Preise ab EUR 750,00 einmalig
  • omeco® webshop 4.0
    umfangreiche Funktionsliste aus dem omeco GmbH, einem reinen Shophersteller, die den üblichen Bedarf und mehr abdeckt; Preise ab EUR 699,00 einmalig (auch Miete verfügbar)

Fazit zu Kauf-Webshops: Wer Wert auf Support und Gewährleistung durch den Hersteller legt, wem die Abhängigkeit von diesem nichts ausmacht und wer entsprechendes Startkapital für die Lizenzkosten mitbringt, die bei einer umfassende Lösung recht hoch sein können, ist mit Kauf-Shops sehr gut bedient.

Webshops zur Miete

Mietlösungen für Onlineshops sind stark im Kommen: Sie bieten die Zuverlässigkeit und Garantie eines gekauften Systems ohne die bei Kaufvarianten üblichen, z.T. sehr hohen Kosten. Sie werden als fertige Installationen auf einem Webserver zur Verfügung gestellt und man kann sehr schnell zu überschaubaren Kosten seinen eigenen Onlineshop eröffnen.

Die Vorteile von Webshops zur Miete sind damit bereits genannt. Man muss sich nicht um die Installation und Wartung des Systems kümmern und bezahlt einen überschaubaren Preis.

Nachteile von Webshops zur Miete sind die praktisch nicht vorhandene Anpassungsfähigkeit. Zwar wählt man oft aus mehreren fertigen Versionen, die wenigsten Anbieter von Miet-Webshops lassen jedoch mit sich reden, schnell mal eine individuelle Lösung zu realiSieren. Häufig sind gerade den Massen-Mietshops irgendwann auch in der Skalierbarkeit Grenzen gesetzt, eine Migration auf ein alternatives System ist oft sehr aufwändig. Schließlich bindet man sich gerade in dieser Variante langfristig an einen Anbieter.

Zu den am weitesten verbreiteten und etablierten Shopsystemen zur Miete gehören (Auswahl, alle Preise zzgl. MwSt):

  • 1&1 E-Shop
    Einfach einzurichten und zu pflegen, besonders für Shop-Einsteiger geeignet, Preis ab ca. EUR 12,60 pro Monat.
  • Strato Shop
    Ähnlich dem 1&1 Angebot auch eher für die Masse gemacht und einfach zu bedienen, Preis ab ca. EUR 8,32 pro Monat.
  • Websale Shop
    Der "Mercedes" unter den mietbaren Shopsystemen mit umfangreichen Funktionen, deutlich professioneller ausgerichtet und - eher die Ausnahme in diesem Segment - mit der Möglichkeit, sich Funktionen anpassen oder erstellen zu lassen, auch durch Partner der Websale AG, damit ein deutliches Mehr an Unabhängigkeit; Preise ab ca. EUR 69,00 pro Monat.
  • omeco® webshop 4.0
    Die Mietversion des Omeco Shops; Preise ab EUR 29,00 monatlich

Fazit zu Miet-Webshops: Diese Systeme eignen sich daher insbesondere für alle, denen Standardfunktionen ausreichen und die keine IndividualiSierungen benötigen.

Lesen Sie weiter: Das Shopdesign nicht vernachlässigen


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